Erregungsleitung und Informationsübertragung/ Prinzip der Erregungsleitung

  • Potentialunterschiede zwischen der erregten und der benachbarten unerregten Stelle bewirken die Fortleitung

  • im Inneren besteht ein Ladungsgefälle zwischen der positiven erregten und der negativen unerregten Stelle im Außenraum ist das Ladungsgefälle genau umgekehrt

  •  kleiner geschlossener Kreislauf

  • dort, wo die Stromlinien die noch nicht erregte Membran treffen, wird das Membranpotential abgebaut

  • diese Depolarisation benötigt eine gewisse Zeit, weil die elektrische Membrankapazität über den inneren und äußeren Leitungswiderstand der Faser entladen werden muß

  • wenn die Depolarisationsschwelle überschritten ist, kommt es zur Aktivierung der Na-Kanäle AP Erregung hat dann die benachbarte Stelle erfasst

  • Potentialänderung die durch eine Stromeinwirkung verursacht wird Elektrotonus

  • elektrotonische Depolarisation: Ausbreitung von Stromlinien an der Front der Erregung schnell ansteigender Na-Einstrom Übergreifen der Erregung auf die zuvor unerregte Stelle

  • = kontinuierliche Erregungsleitung: marklose Nervenfaser und Muskelfaser

  • saltatorische Erregungsleitung: markhaltige Nervenfaser

    • Erregung breitet sich sprunghaft von Schnürring zu Schnürring aus

    • wegen der isolierenden Wirkung der Markscheide können nur im Bereich der Schnürringe Ionen ausgetauscht werden

    • Stromlinien greifen vom erregten zum unerregten Schnürring über und bewirken dort durch Depolarisationen neue AP´s

    • Vorteil der hohen Erregungsleitungsgeschwindigkeit durch schnelle Überwindung des Internodiums

 

Informationsübertragung auf dem Nervenwege

 

 


  • AP´s, die über Nervenfasern fortgeleitet werden, dienen der Informationsübertragung

  • Info: quantitativer und qualitativer Inhalt

  • da AP´s immer die gleiche Amplitude und die gleiche Form, kann das einzelne Signal keine Angabe zur Quantität machen

  • quantitative Info ist in der Frequenz der Impulsfolge verschlüsselt

  • dichte Impulsfolge über eine Schmerzfaser: übermittelt dem Zentrum die Info eines starken Schmerzreizes in der Peripherie

  • geringe Impulsfrequenz übermitteln dem Zentrum die Info eines geringen Schmerzreizes

  • Qualität einer Info: jede einzelne Nervenfaser erfüllt immer nur eine definierte Übertragungsfunktion

  • bestimmte Nervenfasern leiten nur sensorische Impulse, die von spez. Rezeptoren für Licht-, Schall-, Druck-, Schmerz- oder Temperaturreize

  • andere haben die Aufgabe motor. Impulse vom Zentrum zu best. Muskelfasergruppen zu übermitteln

  • andere erfüllen spez. Funktionen im Dienste der vegetativen Regulationen

  • Qualität geht also von der Identität der aktivierten Nervenfasern aus


 

 

Funktionelle Einteilung der Nervenfasern

 

  • funktionelle Einteilung der peripheren Nervenfasern nach:

    • Richtung der Erregungsleitung

 

 

    • Merkmale ihrer Versorgungsgebiete

  • afferente Nervenfasern: leiten Erregung vom Rezeptor zum ZNS

    • somatische Afferenzen: Meldungen von Skelettmuskeln, Gelenken, Haut, höheren Sinnesorganen

    • viszerale Afferenzen: Meldungen von den Eingeweiden

  • efferente Nervenfasern: leiten Erregungen vom ZNS zur Peripherie

    • motorische Efferenzen: innervieren die Skelettmuskulatur

    • vegetative Efferenzen: innervieren die glatte Muskulatur der Eingeweide und der Gefäße, das Herz und die Drüsen

 

 

Erregungsleitungsgeschwindigkeit

 

  • Erregungsleitungsgeschwindigkeit hängt ab von:

    • Faserdicke

    • Ausbildung der Markscheide

  • dicke markhaltige Nervenfasern leiten schneller als dünne marklose Nervenfasern

  • Nachweis an einer gemischten Nervenfaser elektr. Reizung Ableitung des Summenpotentials in einiger Entfernung

 Kurvenverlauf der sich aus der zeitlichen differierenden Ankunft der AP´s ergibt


Klassifikation der Nervenfasern


Fasertyp nach Erlanger/ Gasser

 in µm

Leitungsge-schwindigkeit in m/s

Efferenzen zu

Fasertyp nach Lloyd/Hunt

Afferenzen zu

A

15

100

Skelettmuskulatur

Ia

Ib

Muskelspindeln

Sehnenrezeptoren

A

10

60

 

II

Muskelspindeln, Mechanorezeptoren

A

5

30

Muskelspindeln



A

3

20


III

Nozizeptoren, Thermorezeptoren, Rezeptoren der Tiefensensibilität

B

2

10

vegetative Ganglien (präganglionäre Fasern)



C

1

1

sympathische Effektoren (postganglionäre Fasern)

IV

Nozizeptoren


  • die 3 Fasertypen zeichnen sich zusätzlich durch untersch. Empfindlichkeiten gegenüber gewissen Noxen, wie O2-Mangel, Druck und Lokalanästhetika

  • Lokalanästhetika unterbrechen die Erregungsübertragung in den schmerzleitenden A- und den C-Fasern, bevor sie die Übertragung von Berührungsimpulsen (A-Fasern) beeinträchtigen

  • Druck auf den Nerven kann zum Verlust der Leitungsfähigkeit in den Fasern für die Motorik (A-Fasern) sowie für Druck und Berührung (A-Fasern) führen

  • Schmerzleitung wird kaum verändert

 

 

 

 

2.4.13 14:26

Letzte Einträge: Aminosäuren/ Neurotransmitter, Elektrische Synapsen, Erregungsauslösung an Rezeptoren, Reiztransduktion und Erregungsbildung

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